Energietransformation im Dialog

Energiesysteme sichtbar und erlebbar machen

Das deutsche Energiesystem ist im Wandel. Großkraftwerke werden durch kleine lokale Anlagen abgelöst, erneuerbare Energien und Speichertechnologien sind auf dem Vormarsch und auch das Verhalten von Verbraucher:innen ändert sich. Vor diesem Hintergrund spielen Technologien eine wichtige Rolle. Sie bilden aber nur einen Baustein, wenn wir an die Zukunft denken.

Projektlaufzeit: 2018-2022

Portraitfoto von Marius Albiez
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Wir beraten Sie gerne:

Marius Albiez,

Volker Stelzer

Die nachhaltige Gestaltung unseres Energiesystems ist vor allem eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Hierfür braucht es Beteiligung. Wer aber soll dabei wann und wie einbezogen werden? Und welche Formate sind für welche Energiekontexte und Zielgruppen geeignet? An dieser Stelle setzte das Projekt „Energietransformation im Dialog“ an.

Ein PV-Modul steht auf dem Boden und lehnt an einen Zaun.
Volker Stelzer steht in einem Solarfeld und blickt in die Ferne.
Logo vom Projekt "Energietransformation im Dialog"

 

Die Beteiligungsformate

Voneinander lernen und Neues ausprobieren

Diagramm für Beteiligungsformate im Projekt EDiA.

 

Ob „Energie“-Touren durch die Stadt Karlsruhe, Szenario-Workshops mit Personen aus der Verwaltung, Energiewirtschaft und Zivilgesellschaft oder Realexperimente mit Balkon-Solarmodulen – unsere Beteiligungsformate waren vielfältig. Dadurch konnten wir unter anderem Bürger:innen, lokale Gewerbetreibende, Studierende und Forschende ermutigen und befähigen, über die Umgestaltung des Energiesystems zu diskutieren, selbst bei einem Experiment mitzuwirken und letztlich das Energiesystem aktiv mitzugestalten. Im Förderzeitraum führte das Projekt über 40 Transfer- und Beteiligungsformate durch, mit über 1.000 teilnehmenden Personen.

 

Tour „Nachhaltige Energiewende“

Mit diesem Format wollten wir KIT-Forschung und städtische Energiesysteme sichtbarer machen und Besuchende dazu einladen, darüber zu diskutieren. Die Teilnehmenden lernten bei insgesamt 18 Touren anliegende Stadtparks als natürliche Klimaanlagen kennen, wurden auf eine Zeitreise zum Karlsruher Stadtgas mitgenommen oder erfuhren, wie komplex und spannend die Wärmewende sein kann.

Menschen stehen im Freien vor einem Backsteinbau und blicken nach oben.

Energie-Szenario-Workshops

Unterschiedliche Akteure diskutierten und bewerteten die Gestaltung unseres Energiesystems aus lebensweltlicher Perspektive. Hierzu sprachen wir vielfältige Zielgruppen an, wie die Öffentliche Verwaltung, die Bürgerschaft und Studierende. Bei den zehn durchgeführten Workshops ging es auch methodisch vielfältig zu, beispielsweise durch den Einsatz von Serious Gaming-Ansätzen.

Gruppe von Erwachsenen sitzt an Tisch mit Karten und Spielbrett.

Transdisziplinäre Projektseminare

Wie können Tiny Houses nachhaltiger gestaltet werden? Wie kann die Solarenergie in Karlsruhe vorangetrieben werden? Mit diesen oder ähnliche Fragestellungen beschäftigten sich Studierende in vier Projektseminaren. Gemeinsam mit kommunalen, gewerblichen oder zivilgesellschaftlichen Praxispartnern arbeiteten sie an gesellschaftlich relevanten und energiebezogenen Thematiken. Dadurch wurde der Austausch zwischen der KIT-Forschung und der Region Karlsruhe gestärkt.

Bürgerforum Energiewende

Forschung und Gesellschaft treten in Dialog – sei es in Kreativräumen oder auf Parkplätzen mitten in der Stadt. Die Themenvielfalt der fünf Veranstaltungen war groß: Von Potenzialen und Hürden von Solarenergie, über den gewünschten und unerwünschten Einsatz künstlicher Intelligenz im Energiebereich, bis hin zur zukünftigen Gestaltung unseres gesamten Energiesystems.

Gruppe von Menschen im Gespräch rund um ein PV-Balkonmodul.

Realexperiment „Dein BalkonNetz“

Im Rahmen des Realexperiments erhielten 22 Teilnehmende aus Karlsruhe die Möglichkeit, Solarenergie selbst bei sich zuhause auszuprobieren, und zwar mit sogenannten Balkon-Solaranlagen. Dabei wurde nicht nur klimafreundlicher Strom gewonnen, sondern auch der Frage nachgegangen, welche Veränderungen bei den Teilnehmenden in Gang gesetzt wurden. Zu "Dein BalkonNetz"

Mehrstöckiges Wohngebäude mit Balkonen und einem PV-Modul.

 

Ausgewählte Literatur 

Albiez, M.; Stelzer, V.
Chapter 9 Energy Transition – More Than Solar Plants and Grids
2025. The Future of Cities and Energies in Western Europe – Scales, Actors and Social Experiments. 2025. Ed.: P. Hamman, 227–254, De Gruyter. doi:10.1515/9783111378992-013
Parodi, O.; Ober, S.; Lang, D. J.; Albiez, M.
Reallabor versus Realexperiment: Was macht den Unterschied?
2024. GAIA - Ecological Perspectives for Science and Society, 33 (2), 216–221. doi:10.14512/gaia.33.2.4
Trenks, H.; Bögel, P. M.
Empowering citizens for the energy transition: facilitating role change through real-world experiments
2024. Sustainability Science, 19 (3), 715–737. doi:10.1007/s11625-023-01453-7  
Bögel, P. M.; Trenks, H.; Upham, P.; Sauter, H.; Albiez, M.; Stelzer, V.; Laborgne, P.
Diversifying power in action: A socio-psychological approach to inclusive energy transition experiments
2023. Energy Research and Social Science, 100, Art.-Nr.: 103070. doi:10.1016/j.erss.2023.103070
Albiez, M.; Stelzer, V.; Parodi, O.; Bögel, P. M.; Trenks, H.
Energiewende nah an Mensch und Alltag
2022. Energiewirtschaftliche Tagesfragen, (6), 31–33 

Weitere Publikationen

 

Weitere Informationen

„Energietransformation im Dialog“ war ein Projekt am Karlsruher Transformationszentrum für Nachhaltigkeit und Kulturwandel (KAT) am ITAS/KIT.

Fördergeber: Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Logo von Helmholtz-Zentrum.