Gemeinsam die Zukunft der Ernährungskultur gestalten

Zweiter Karlsruher Ernährungsgipfel will Impulse setzen zum Ausbau der städtischen Circular-Economy-Strategie

08.05.2026 – Nach dem Erfolg der Premiere im vergangenen Herbst geht der Karlsruher Ernährungsgipfel in die zweite Runde. Die Veranstaltung findet am 12. Mai 2026 in der Karlskantine statt und soll an die Vernetzung und die Ideen des ersten Gipfels anknüpfen. Im Fokus stehen drei zentrale Themen: Quartiersküchen, Hülsenfrüchte in der Gemeinschaftsverpflegung und Direktvermarktung. Organisiert wird der Gipfel erneut in enger Kooperation zwischen dem Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt Karlsruhe, dem Karlsruher Transformationszentrum für Nachhaltigkeit und Kulturwandel (KAT) sowie dem Projekt KA.Wert.

Fünf Personen stehen an einem Hochtisch in einer Kantine und unterhalten sich. KAT

Der Ernährungsgipfel ist ein Begegnungs und Arbeitstreffen für alle, die in Karlsruhe an einer zukunftsfähigen Ernährungskultur mitwirken wollen. Personen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtverwaltung kommen zusammen und arbeiten gemeinsam an großen und kleinen Lösungen, um das regionale Ernährungssystem gesünder, nachhaltiger und robuster zu machen. Da das nur in gut abgestimmter Form und auf einer soliden Vertrauensbasis gelingen kann, soll auch die zweite Ausgabe des Gipfels wieder ausreichend Raum für ein offenes Miteinander und neue Impulse bieten.

„Der erste Gipfel hat gezeigt, dass das Interesse am Austausch unter den Akteuren groß ist. Nun wollen wir konkreter werden und gemeinsam erarbeiten, wie wir den Aspekt der Kreislaufwirtschaft in dem Bereich der Ernährung stärken können, um gut für die Zukunft gerüstet zu sein“, sagt Indah Siemon vom Umwelt- und Arbeitsschutz Karlsruhe.

„Von Kantinen bis Schulverpflegung – Karlsruhe hat in der Gemeinschaftsverpflegung bereits viele engagierte Menschen, die den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit vorantreiben. Deshalb ist der Ernährungsgipfel für unsere Region von großer Bedeutung, gerade mit Blick auf die Circular-Economy-Strategie der Stadt Karlsruhe, die sich gerade entwickelt.“

Drei Personen hinter einer Essensausgabe mit Salat und Gemüse.

Zwei Personen am Salatbarbuffet in der Karlskantine.

Vielfältige kleine Desserttörtchen und Patisserie auf einer Buffettafel am Fenster.

So beschäftigt sich der Gipfel etwa mit Fragen, wie: Was wird für eine Zirkularität im Bereich der Nahrungsmittelversorgung benötigt? Was können wir auch außerhalb der Kreislaufstrategie tun? Wie müssen die verschiedenen Bausteine der Ernährung zusammenkommen, damit sich das System als Ganzes verändert? Dabei blickt der Gipfel auch auf Best-Practice-Beispiele aus anderen Kommunen, wie beispielsweise auf die Quartiersküchen in München.

Thementische vertiefen den Austausch

Neben fachlichen Impulsen und einer Podiumsdiskussion wird es auch drei Thementische geben. Hier können die Teilnehmenden ihre Expertise einbringen und sich mit anderen aus der Gruppe austauschen.

  • Am Thementisch „Quartiersküchen“ geht es darum, wie Quartiersküchen in Karlsruhe umgesetzt werden können, damit sie regionale Wertschöpfungsketten stärken, ökologische Nachhaltigkeit erlebbar machen und als verbindendes Element zwischen Produktion, Verarbeitung und gemeinschaftlichem Genuss wirken.
  • Der Thementisch „Hülsenfrüchte“ beschäftigt sich damit, wie Küchen neue Formate und Standards etablieren und gleichzeitig Hürden im Küchenalltag überwinden können.
  • Am Thementisch „Direktvermarktung“ steht die Frage im Mittelpunkt, wie Landwirt:innen besser unterstützt werden können, um Direktvermarktung in der Region Karlsruhe zukunftsfähig zu machen.

„Da wir den Ernährungsgipfel sehr praxisnah gestalten, können sich Gruppen finden und Kontakte knüpfen. Uns ist es auch wichtig, den Teilnehmenden etwas mitzugeben, sie zu Taten inspirieren, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten liegen“, erklärt eine der Gastgeberinnen, Sandra Schmidt von KA.Wert.

„Schön ist auch zu sehen, dass das Interesse am Gipfel mittlerweile weit über die Karlsruher Grenzen hinaus geht. Dies liegt sicherlich auch daran, dass der Gipfel gemeinsam von Stadtverwaltung, Zivilgesellschaft und Forschung organisiert wird und dass aus dieser Zusammenarbeit ein Kraftzentrum entstanden ist, an das Personen aus allen Bereichen des Ernährungssystems anknüpfen können.“

Gruppe Menschen sitzt um einen Tisch bei einem Workshop. Kärtchen, Stifte und Unterlagen sind auf dem Tisch verteilt. Jörg Schwienke

Regionale Praxispartner einbeziehen

Ein wissenschaftliches Team vom Karlsruher Transformationszentrum für Nachhaltigkeit und Kulturwandel (KAT) hat bereits den ersten Ernährungsgipfel initiiert und veranstaltet nun auch den zweiten aktiv mit. Ausgangspunkt war die Zusammenarbeit mit regionalen Praxispartnern innerhalb des Forschungsprojekts Co-SFSC (Co-Creation nachhaltiger Transformationen von Lebensmittelversorgungsketten durch kooperative Geschäftsmodelle und Governance).

„Im Rahmen unseres Projektes hat es sich bestätigt, dass es im Raum Karlsruhe schon viele Initiativen und engagierte Personen gibt, die sich für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem einsetzen. Um ein solch komplexes Unterfangen jedoch gut realisieren zu können, braucht es neben engagierten Akteuren auch Struktur und einen integrierten Ansatz. Mit dem Ernährungsgipfel konnten wir dafür eine gute Plattform schaffen. Umso mehr freut es uns, dass wir mit der Veranstaltung nun schon in die zweite Runde gehen“, so Wanda Wieczorek vom KAT.

Wie beim letzten Gipfel im Herbst, wird auch diese Veranstaltung mit einem gemeinsamen Abschluss-Essen in der Karlskantine enden. Die Gespräche des Tages können dort in lockerer Atmosphäre vertieft werden.

Einladung mit Programm zum Karlsruher Ernährungsgipfel im Mai 2026.

 

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