Amt für Lassen und Loslassen

Unsere Reise in eine nachhaltige Zukunft wird mit leichtem Gepäck erfolgen

Was müssen, dürfen oder möchten wir zurücklassen, um in eine lebensfähige, nachhaltige Zukunft zu gelangen? Das Amt für Lassen und Loslassen (ALL) widmet sich dieser oft verdrängten, aber zentralen Frage gesellschaftlicher Transformation.

Zwei Personen an einem Stand mit dem Schild „Amt für Lassen und Loslassen (ALL)“ beraten eine dritte Person.

Ob Praktiken, persönliche oder kollektive Einstellungen, Muster, Strukturen, Gewohnheiten, Weltbilder, Dinge oder Techniken: Alles steht auf dem Prüfstand und vieles davon wird – wollen wir in Zukunft wirklich gut und nachhaltig leben – vergehen dürfen. Das Lassen und Loslassen wird uns also mit all seinen unangenehmen Begleiterscheinungen (Verlust, Trauer, Ängste) und Hoffnungen (Freiheitsgewinn, Zufriedenheit, Zukunftsfähigkeit) künftig zunehmend begleiten.

Unsere moderne Kultur und Gesellschaft ist vorwiegend auf Fortschritt, Konsum, Wachstum und ein lineares 'Mehr' ausgerichtet. Dabei ist der Umgang mit Lassen und Loslassen weitgehend fremd, vielfach tabuisiert oder zumindest kaum geübt. Vor diesem Hintergrund tritt das Amt für Lassen und Loslassen an.

Das ALL rückt dieses Zukunftsthema in das öffentliche Bewusstsein, in dem es das Loslassen in einer künstlerisch partizipativen Intervention zur staatlichen Aufgabe erhebt und es forscherisch erkundet.

Als Einrichtung des erfundenen Buntesministeriums für Nachhaltige Entwicklung, Spiritualität und Resonanz ist das ALL erfrischend anders: Themen und Prozesse des Lassens und Loslassens werden im ALL sichtbar, sagbar und er-fahrbar gemacht – individuell wie kollektiv. Besuchende können Anliegen einbringen, reflektieren und rituell bearbeiten.

Das Amt für Lassen und Loslassen ist …

  • ein Lern- und Erkundungsraum
  • ein Ort der geleiteten Selbstreflexion
  • ein Realexperiment gesellschaftlicher Transformation
  • ein Ort, wo Ungesagtes Ausdruck finden darf
  • eine künstlerisch-wissenschaftliche Intervention
  • ein Sondierungsraum für Transformationswissen
  • ein Ort für Abschied, Würdigung, Trauer und Neubeginn
  • ein Ort des Wandels

Das Amt für Lassen und Loslassen live erleben

  • 9.-10. Juni 2026: Green Culture Festival, Kulturzentrum TOLLHAUS, Karlsruhe
  • Juni 2026: Kaiserstraße Karlsruhe
  • 26. Juli 2026DAS FEST, Günther-Klotz-Anlage, Karlsruhe
  • 2.-4. September 2026: PartWiss 2026, Berlin

Zwei Personen mit Klemmbrett führen Gespräch; dahinter ein Wandteppich in rosa.

Schreibtisch mit dem Schild „Amt für Lassen und Loslassen (ALL)“ sowie Büromaterial und Pflanzen.

Hand greift nach einem Holzstempel mit der Aufschrift „LOSGELASSEN“.

Ein Stempel, eine Pflanze und Holzstempel mit Aufschriften.

 

 

Warum ein Amt für Lassen und Loslassen?

Nachhaltigkeitstransformation ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Mit dem Amt wird das dafür Notwendige Lassen und Loslassen in einem künstlerischen Akt zur staatlichen Aufgabe erhoben. Lassen und Loslassen wird offiziell, Teil der Kultur, institutionalisiert und erhält eine hoheitliche Legitimation. Weiter noch, der Staat kümmert sich darum und bildet mit dem ALL eine Anlaufstelle und Begegnungsstätte für Menschen. Weiter dient das ALL dem Gemeinwohl. Die Anliegen der Besucher:innen werden ernst genommen und von Beamt:innen im amtlichen Vollzug offiziell gewürdigt. Dabei treten das Amt und die Beamt:innen zugewandt, menschenfreundlich, lebendig und liebevoll auf.

Schild mit der Aufschrift „Amt für Lassen und Loslassen (ALL)“ und einem illustrierten bunten Vogel. KAT

Idee und Intention

Nachhaltigkeitstransformation bedeutet nicht nur Innovation und technische Lösungen. Sie bedeutet auch nicht-nachhaltige Praktiken, Techniken, Systeme, Muster und Gewohnheiten aufzugeben und Abschied zu nehmen von bestimmten Zukunftsvorstellungen. Das berührt tiefsitzende Überzeugungen, Werte und Weltvorstellungen und ist naturgemäß mit Widerständen verbunden. Das Amt für Lassen und Loslassen macht diese oft unsichtbare und unbequeme Seite von Transformation zum Thema. Mehr erfahren

 

Das Amt ist ein Realexperiment

Das Amt für Lassen und Loslassen ist ein experimentelles Setting, ein Forschungs- und Entwicklungsformat. Es verbindet Nachhaltigkeitsforschung, Kultur- und Gesellschaftstheorie, partizipative Forschung und gesellschaftliche Praxis in einem einladenden Beteiligungsangebot. Es ist sowohl Intervention als auch Forschungsumgebung.

Im Rahmen des Amts werden Fragen, wie beispielsweise diese, untersucht:

Vier Holzstempel liegen auf einem Tisch.

  • Was fällt Menschen schwer loszulassen?
  • Welche kulturellen Muster stabilisieren Nicht-Nachhaltigkeit?
  • Welche Emotionen begleiten Transformationsprozesse?
  • Welche Formen von Trauer, Widerstand oder Hoffnung treten auf?
  • Wie können Loslass-Prozesse gesellschaftlich unterstützt werden?
  • Welche Rolle spielen Rituale, Sprache und Institutionen?

Das Projekt arbeitet mit qualitativen Methoden der Sozialforschung und insbesondere mit transdisziplinären Ansätzen der partizipativen Forschung und Reallabor-Methodik. Die anonymisierten Beiträge der Besucher:innen werden – nach Einwilligung – wissenschaftlich ausgewertet und fließen in den wissenschaftlichen Diskurs sowie in die kontinuierliche Weiterentwicklung des Amts ein.

 

Das Forschungs- und Projektteam

Das Amt für Lassen und Loslassen ist ein Projekt des Karlsruher Transformationszentrum für Nachhaltigkeit und Kulturwandel (KAT). Es wird von einem interdisziplinären, zugewandten Team aus dem Kontext der Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung erdacht und gemacht.

Als Beamt:innen sind tätig:

Portraitfoto von Oliver Parodi.

Oliver Parodi, Amtsleitung

Portraitfoto von Annika Fricke.

Annika Fricke, Professionelle Loslasssuchende

Portraitfoto von Susanne Gerstberger.

Susanne Gerstberger, Praktikantin des Loslassens

Portraitfoto von Anna König.

Anna König, Kuratorin des Loslassens & Transformationsbegleiterin

Portraitfoto von Pia Laborgne.

Pia Laborgne, Forscherin des Loslassens

Portraitfoto von Eva Wendeberg.

Eva Wendeberg, Loslassbegleiterin

Portraitfoto von Wanda Wieczorek

Wanda Wieczorek, Abschiedsbeihilfebeauftrage